Wir bedanken wir uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern für die Solidarität bei unserer Kampagne Künstlerinnen und Künstler nicht in Hartz IV abdrängen!

Warum wir über betterplace.me Spenden sammelten?

Nachdem schon im Februar absehbar war, dass möglicherweise immer mehr Events aufgrund einer drohenden Pandemie abgesagt werden könnten, überschlugen sich die Ereignisse Anfang März ganz plötzlich!

Eigentlich war ich gebucht für die Steinheimer Messe, das Straßenkünstler-Festival "HUT AB" in Bielefeld, für den Osterräderlauf in Lügde, für ein Stadtfest in Verl,... und dann kam die Corona-Krise! Obwohl die von der Politik angeordneten Maßnahmen vielerorts zunächst "nur" bis zum 18.04.2020 gelten sollten, wurden inzwischen Events, die für die Monate Juli und August geplant wurden, auf 2021 verschoben! Neue Anfragen für das laufende Jahr gibt es gar nicht mehr.

Insgesamt rund 188.300 in der Künstlersozialkasse versicherte, freiberufliche Geringverdiener*innnen aus der Kultur- und Kreativszene, die für die Eventbranche unverzichtbar sind, warten noch immer vergeblich auf Hilfsfonds. Aus Verzweifung beantragen manche Künstler*innen schon Hartz IV.

In einer der Unterhaltungssendungen, die wir ja alle sonst nie gucken, versprach Olaf Scholz vor einem Millionenpublikum, dass es einen Hilfsfond für Solo-Selbständige, Freiberufler*innen und Künstler*innen geben und dass eine unkomplizierte Auszahlung von Arbeitslosengeld II ohne Prüfung der Vermögensverhältnisse für diese Geringverdiener*innen möglich sein wird.

Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung äußerte sich in den Tagesthemen vom 17.03.2020 zur Situation von Solo-Selbständigen während der Coronakrise. Eine Grundsicherung von 1000 Euro pro Monat sei möglich. Doch vielen Kleinstunternehmen würde das nicht reichen.

Auch meiner Frau und mir helfen die bislang beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung nicht weiter. Der Deutsche Kulturrat e.V. meint dazu: "Sollten Sie sich in einer akuten Notlage befinden, ist das örtliche Sozialamt bzw. die örtliche Stelle der Bundesagentur für Arbeit für Sie der richtige Ansprechpartner. Warten Sie nicht auf den Notfallfonds auf Bundesebene, sondern wenden Sie sich an die zuständigen Stellen vor Ort."

Diese Problematik betrifft zB auch rund 188.300 in der Künstlersozialkasse versicherte Geringverdiener*innen! Außerdem geht es noch weiteren, unzähligen Freiberufler*innen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft ganz genauso, wie zB Veranstaltungstechniker, Künstlervermittler, Eventfotografinnen und -fotografen, usw.

Wir haben einen 2013 einen alten Bauernhof gekauft. Das ist unsere Altersvorsorge! Als Renter*in keine Miete zahlen müssen! Hier soll außerdem eine Kulturscheune entstehen. Es sollen zirkuspädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche stattfinden! Wir haben Verständnis für die vom Staat getroffenen Vereinbarungen zur Eindämmung der Coronakrise.

Aber es zeichnet sich ab, dass es keinen wirksamen Hilfsfond für Künstler*innen geben wird. Wir wollen nicht auf "Hartz IV" angewiesen sein!

Um bis nicht in die Privatinsolvenz zu gehen, unseren Resthof nicht zu verlieren, unsere laufenden Kosten finanzieren zu können, keine Schulden beim Finanzamt anzuhäufen und eben nicht Sozialhilfeempfänger*innen zu werden, brauchen wir in den nächsten Monaten mindestens 24.000 EURO Umsatz.

Dieses Geld können wir aber nicht mit unserer Arbeit verdienen, weil uns sämtliche Veranstaltungen abgesagt wurden. Da es sich um höhere Gewalt handelt, bekommen wir keine Gagen, keine Entschädigung, kein Ausfallhonorare! Kredite würden uns nur noch weiter verschulden!

 

22.05.2020

Freiberufliche Kleinkünstler*innen wie "Ilse Berg" und KRAWALLI sind angewiesen auf Auftrittsbedingungen, die mit corona-bedingten Einschränkungen kaum vereinbar sind. Live-Acts der Sparte Kleinkunst brauchen die Nähe zu den Zuschauer*innen. Oft kommen einzelne Personen auch als "Freiwillige" auf der Bühne spontan zum Einsatz!

Deshalb ist es schwer vorstellbar, wie ein Publikum mit Atemschutz bekleidet in einem wegen der Abstandsregeln nur bis zur Hälfte mit Sitzgelegenheiten ausgestatteten Veranstaltungsraum vergnüglich den eigenen "Maskenball" feiern soll!

Wir schauen lieber in die Zukunft und bauen eine neue Webseite für "Ilse" für die Zeit nach Corona!

Unsere Gästetoilette hat endlich einen corona-bedingten Aufkleber...

Der Deutsche Kulturrat mahnt und mahnt und mahnt...

„Der Oberlehrer verleidet einem jeden Kunst-, jeden Naturgenuß, weil er alles glaubt erklären zu müssen, weil er verzweifelt, wenn er niemand erziehen kann.“

Erich Mühsam (6. April 1878 - 10. Juli 1934)